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dafür). Aber nicht weniger als die Reisenden und Soldaten waren die Gelehrten daran interessiert, die Zeit
zu messen, allen voran die Astronomen und Astrologen. Man rechnete in den meisten Ländern noch nach
Temporalstunden, die im Sommer tagsüber, im Winter nachts länger sind, und ließ den neuen Tag
abends oder morgens anfangen. Es wurden die Stunden nach der italienischen, böhmischen oder der
Nürnberger Uhr gezahlt.
Um 1510 baute der Nürnberger Schlosser Peter Henlein kleine Uhren >>aus wenig Eisen, mit sehr
vielen Rädern, welche, wie man sie auch legen oder stellen mag, und ohne alles Gewicht 40 Stunden
zeigen und schlagen, gleichviel, ob sie am Busen oder in der Geldbörse getragen werden<<. Für die
damalige Welt war diese Mitteilung des Johannes Cochläus, seinerzeit Schulrektor in Nürnberg, eine
Sensation, als er in seinem 1511 gedruckten Buch >Cosmographia Pomponii Melae<, die erste deutsche
Taschenuhr erwähnte, wenngleich gegen 1480 aus Italien schon von kleinen, tragbaren Uhren berichtet
wurde. Diese tragbaren Räderuhren waren noch außerordentlich primitiv; die erhaltenen Exemplare
beweisen es Ihre Gehäuse waren von kreisrunder, trommelartiger Form und nicht; wie fälschlich
angenommen, eiförmig. An Stelle der runden Unruh, der Radunruh, finden wir die Waag. Diese Uhren
sind, wie nahezu alle Uhren bis etwa zum
Jahre 1790, mit einer Spindelhemmung
versehen. Eine Spiralfeder ist noch nicht
vorhanden, sie wurde erst 150 Jahre
später erfunden.
Dosenförmige Kleinuhr aus vergoldeter Bronze,
Eisenwerk um 1560. Das zylinderförmige
Gehäuse hat 68 mm Durchmesser, ist 29 mm
dick und zeigt auf der Zifferblattseite einen
Schutzdeckel mit einem Blumenmedaillon,
gehalten von Bändern. Dieser Schutzdeckel
war notwendig, weil die frühen Halsuhren an
Bändern getragen wurden. Das Zifferblatt zeigt
12 Stunden in römischen Zahlen, auf einem
zweiten Zahlenring war die sog. Nürnberger
große Uhr, die 13. bis 24. Stunde, in arabischen
Zahlen aufgeteilt. Der Stahlzeiger zeigt die für
die Spätgotik übliche Zeigerform. Die
Waagunruh ist auf dem rechten Bild zu sehen,
ihre Schwingung wird durch verschiebbare
Schweinsborsten an einem Hebel reguliert.
Zum Ausgleich der Federkraft dient das
Stackfreed, eine schneckenförmige Scheibe, auf
der sich mit Federdruck eine Rolle bewegt, die
wie eine Bremse hemmend auf den Zug der
freien Feder wirkt. Das Stackfreed findet sich
nur bei den frühen deutschen Kleinuhren.
Um den Gang einigermaßen gleichmäßig zu
gestalten, verwendete man eine aufrecht stehende
Schweinsborste als zurückfederndes Element, die
später durch eine senkrecht stehende Stahlfeder
ersetzt wurde. Durch den ungleichen Federzug
entstand nämlich ein unregelmäßiger Uhrgang, der
Differenzen bis zu 15 Minuten innerhalb von 12
Stunden zur Folge hatte. Dies versuchte man durch
eine Federbremse, den Stackfreed, auszugleichen.
Die frühen tragbaren Uhren zeigten nur die Stunden
an, die Minuten anzeige konnte erst später, ca. 1680,
als die Uhrwerke technisch verfeinert waren, erfolgen.
Um die Mitte des 17.Jahrhunderts kommen die flachen, runden Halsuhren mit Spindelhemmung und Foliot (Waag)
auf. Sie zeigen nur die Stunden an, vor 1680 gibt es bei Kleinuhren noch keine Minutenzeiger.
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